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Ein Fenster ist die am stärksten beanspruchte Stelle der Fassade: Regen von außen, Wasserdampf von innen, dazwischen wenige Zentimeter Rahmen. Wie lange es hält, entscheidet weniger das Fenster selbst als der Anschluss an die Wand.

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Holzfenster mit heller Laibung im Altbau
  • Aufmaß der Rohbauöffnung, Laibungstiefe und Brüstungshöhe
  • Beratung zu Öffnungsart: Dreh, Kipp, Dreh-Kipp oder fest verglast
  • Auswahl von Holzart, Verglasung und Beschlag
  • Beratung zu Wärmeschutz, Schallschutz und Einbruchhemmung
  • Planung des Bauanschlusses nach dem Prinzip innen dichter als außen
  • Montage genormter Fensterelemente
  • Abstimmung mit Rollladen, Putz und Innenausbau

Nicht das Fenster ist undicht. Die Fuge daneben ist es.

Warum der Anschluss zählt

Der Grundsatz lautet: innen dichter als außen. Die innere Ebene muss luftdicht schließen, damit kein warmer, feuchter Raumluftstrom in die Fuge zieht. Die äußere darf schlagregendicht sein, muss aber diffusionsoffen bleiben, damit Feuchtigkeit, die dennoch eintritt, wieder abtrocknen kann.

Wird das umgekehrt ausgeführt — außen dicht verklebt, innen offen — sammelt sich Kondensat in der Fuge. Das ist die häufigste Ursache für Schimmel an der Laibung, und man sieht es dem Fenster nicht an.

Welche Zahlen wirklich etwas sagen

Der Uw-Wert beschreibt das gesamte Fenster, der Ug-Wert nur die Verglasung, der Uf-Wert nur den Rahmen. Verglichen werden muss der Uw-Wert — mit dem Ug-Wert zu werben ist ein alter Trick, weil die Scheibe fast immer besser dasteht als das Bauteil.

Beim Austausch in bestehenden Gebäuden gibt das Gebäudeenergiegesetz Höchstwerte vor; für Fenster liegt der zulässige Uw-Wert in der Regel bei 1,3 W/(m²K). Für denkmalgeschützte Bauten und einzelne Sonderfälle gelten Ausnahmen — das klären wir vor der Bestellung, nicht danach.

Holz auf der Wetterseite

Ein Holzfenster hält Jahrzehnte, wenn der Anstrich gepflegt wird. Auf der Wetterseite — meist West und Südwest — ist alle drei bis fünf Jahre ein Überzug fällig, auf geschützten Seiten deutlich seltener. Wer diesen Rhythmus einhält, muss nie sanieren; wer ihn zehn Jahre auslässt, tauscht Rahmen.

Kiefer ist der bewährte Standard. Lärche bringt von Natur aus mehr Harz und damit mehr Witterungsfestigkeit mit. Eiche ist die dauerhafteste und zugleich teuerste Wahl. Von tropischen Hölzern raten wir ab, solange heimische die Anforderung erfüllen.

Sprossen im Altbau

Echte, glasteilende Sprossen unterteilen die Scheibe tatsächlich — sie werfen einen Schatten, den aufgeklebte Sprossen nie erreichen. Dafür kosten sie mehr und verschlechtern den Wärmeschutz geringfügig.

Die Zwischenlösung sind Wiener Sprossen: außen aufgesetzt, mit einem Abstandhalter im Scheibenzwischenraum. Aus zwei Metern Entfernung überzeugend, aus zwei Schritten nicht. Welche Variante infrage kommt, hängt oft auch am Denkmalschutz — das klären wir vorab mit der Behörde.

Nahaufnahme einer Eichenoberfläche mit ruhiger Maserung

Ablauf

Wie wir vorgehen

  1. Aufmaß

    Rohbauöffnung, Laibungstiefe, Brüstungshöhe, Anschlag und Lage von Rollladenkästen und Heizkörpern.

  2. Festlegung

    Öffnungsart, Verglasung, Holzart, Beschlag und Anforderungen an Schall- und Einbruchschutz.

  3. Anschlussplanung

    Ebenen des Bauanschlusses festlegen, Abdichtung und Anschluss an Putz und Innenlaibung.

  4. Montage

    Ausrichten, verankern, abdichten und die Beschläge einregulieren.

  5. Abnahme

    Schließverhalten und Dichtungsanpressung prüfen, Pflegehinweise zum Anstrich übergeben.

Holz oder Kunststoff?

Kunststoff braucht keine Pflege und ist günstiger, lässt sich aber nicht aufarbeiten — ist der Rahmen hin, wird getauscht. Holz verlangt alle paar Jahre einen Anstrich, hält dafür Jahrzehnte und lässt sich instand setzen. Im Altbau kommt hinzu, dass Holz die schmaleren Ansichten erlaubt.

Muss beim Fenstertausch gelüftet werden?

Ja, und das wird regelmäßig unterschätzt. Neue Fenster sind deutlich dichter als alte; die Feuchtigkeit, die vorher durch undichte Fugen abzog, bleibt jetzt im Raum. Ohne angepasstes Lüftungsverhalten oder Lüftungskonzept sind Schimmelschäden vorprogrammiert.

Lohnt sich Dreifachverglasung immer?

Nicht überall. Bei gut gedämmter Hülle ja. In einem sonst ungedämmten Altbau wandert der kälteste Punkt dann von der Scheibe an die Laibung — und dort schlägt sich die Feuchtigkeit nieder. Das gehört vorher betrachtet, nicht nachher.